London

Les Misérables, Wicked oder auch bald der Musicalerfolg Hamilton! Die britische Hauptstadt lockt Musicalfreunde weltweit mit ihren zahlreichen Angeboten und Sehenswürdigkeiten.
Wie komme ich an Tickets? Wo wohne ich am besten? Welche Stück sollte ich mir unbedingt anschauen? In unserem Guide beantworten wir Euch die wichtigsten Fragen und liefern Euch natürlich auch wertvolle Tipps, die Euch die Reise ans berühmte Londoner West End erleichtern werden.

(c) Maybe Musical/Lena Gronewold

Auf zum Flughafen!
Nach London kann man in der Regel von allen größeren Flughäfen aus fliegen, mit diversen Airlines – von Lufthansa, über EasyJet und Ryanair bis hin zu Norwegian Airlines und British Airways. Die Kosten dafür variieren teilweise recht stark, also lohnt es sich hier immer, die Augen offen zu halten! Fliegt ihr nur wenige Tage, könnt ihr am besten am Flug sparen und einen Billigflug von Ryanair oder EasyJet nehmen. Hier müsst ihr allerdings bedenken, dass nur das Handgepäck (i.d.R. ein kleiner Koffer bis zu 10 Kilo, abhängig von Airline) inklusive ist. Braucht ihr Aufgabegepäck, wird es hier häufig teuer und es lohnt sich nach den Preisen der großen Airlines zu schauen.
London selbst hat ganze fünf Flughäfen: Heathrow, Stansted, Gatwick, Luton und den London City Airport. Ihr solltet unbedingt darauf achten, wo ihr landet! Billigairlines fliegen meist die Flughäfen Stansted (nördlich der City) oder Gatwick (südlich der Stadt) an, manche auch Luton. Von den Flughäfen gibt es meist einen Expresszug zu einem zentral gelegenen Londoner Bahnhof (z.B. zur Liverpool Street oder nach Kings Cross). Dies ist meist die teuerste Alternative, kann sich aber lohnen, vor allem wenn ihr nur kurz in der Stadt seid und viel von eurer Zeit haben wollt. Alternativ, und deutlich günstiger, gibt es diverse Busunternehmen, die die City ansteuern, allerdings solltet ihr hier beachten, dass der Stadtverkehr erheblich ist und ihr hier nie sagen könnt, wie lange ihr wirklich braucht um zu eurem Ziel zu kommen. Wir empfehlen die Expresszüge ab Stansted bzw. den regulären Zugverkehr ab Gatwick. Landet ihr in Heathrow, geht es sogar noch einfacher, da die Terminals an den Londoner Undergroundverkehr angeschlossen sind.

Schlafen wie in Manderley?
Die Unterbringungsmöglichkeiten variieren stark, vor allem in ihrer Qualität. Den ultimativen Tipp können wir euch also leider nicht bieten, da dieser auch vom Geldbeutel abhängt. Schaut am besten auf Vergleichsportale wie Booking.com oder Trivago, was in eurem Preislimit verfügbar ist. Häufig locken günstige Übernachtungen, allerdings seid ihr dann in der Regel im Mehrbettzimmer (häufig 10-14 Personen) untergebracht. Möchtet ihr ein „normales“ Zimmer (in London häufig ein sehr kleiner Raum, der zum Übernachten aber vollkommen ausreicht) in dem ein bis zwei Personen übernachten können, solltet ihr mit Preisen von umgerechnet mindestens 65€ rechnen. Dann habt ihr meist auch ein eigenes Bad, was in London eher Seltenheit ist, da viele Unterkünfte Gemeinschaftsbäder haben. Achtet einfach auch ein bisschen darauf, wie viele Bewertungen das Hotel hat und bedenkt, dass auch wenn nicht alle positiv sind, das schon mal ein gutes Zeichen ist. Wichtig ist immer, dass ihr eine Undergroundstation in der Nähe habt, die euch schnell ins Zentrum bringt. Infos dazu wie lange ihr von wo fahrt, erhaltet ihr z.B. auf www.tfl.gov.uk

(c) Maybe Musical/Lena Gronewold

Wo wir gerade beim Thema sind: der Londoner Underground. Es gibt hier Tagestickets und so genannte Oystercards. Eine Anschaffung lohnt sich vor allem dann, wenn ihr weitere Trips in die Stadt plant, da man diese immer wieder aufladen kann. Die normalen Tickets sind vor an den Automaten zu erwerben. Hier müsst ihr unbedingt beachten, dass nicht alle Automaten auch Bargeld akzeptieren. Häufig kann man nur mit Kreditkarte zahlen – die lohnt sich im Ausland aber generell immer.

Money, Money, Money
Das bringt uns gleich zum nächsten Punkt: Das englische Pfund. Wollt ihr nah London kommt ihr ums Geldwechseln nicht drum herum. In Deutschland bekommt ihr Britische Pfund eigentlich bei jeder Bank und in allen Wechselstuben. Es empfiehlt sich zu mindestens etwas Geld vor der Reise zu tauschen, da dies vor Ort zum Teil sehr kostenintensiv ist und auch das Abheben am Automaten mit einer deutschen Bankkarte hohe Kosten verursachen kann. Habt ihr eine Kreditkarte, besonders Master und Visa Card, seid ihr eigentlich besten ausgestattet. Die Londoner bezahlen fast jeden noch so kleinen Betrag mit ihrer Karte.
Wie viel Geld solltet ihr dabei haben? Das hängt natürlich davon ab, was ihr kaufen wollte, aber generell gilt, dass Essen und Getränke alleine schnell ins Geld gehen können. Die günstige Alternative für eine Mahlzeit zwischendurch ist der „Meal Deal“. Hier bekommt ihr ein Sandwich oder einen Salat, ein Getränk ein einen kleinen Snack, häufig Chips oder einen Schokoriegel, für rund 4 bis 6 Pfund. Den Meal Deal bekommt ihr in vielen Läden wie Boots, Tesco, Sainsbury oder WHS. Bei Kaffeeketten wie Pret-a-Manger, Cafe Nero oder Starbucks bekommt ihr auch Sandwiches, allerdings ohne Deal, sodass dies häufig etwas teurer wird. Besonders bei schönem Wetter (Ja, auch das gibt es in London!) kann man sich mit seinem Sandwich draußen hinsetzen und eine kleine Pause genießen.

(c) Maybe Musical/Lena Gronewold

Ab ins Theater!
Und nun zum Knackpunkt: Den Musicaltickets. Wollt ihr ein Stück unbedingt sehen, empfiehlt es sich immer die Tickets vor der Reise, am besten über die Seite des Theaters, zu erwerben. Die bezahlten Tickets (Achtung, auch hier braucht ihr unbedingt eine Kreditkarte!) sind dann zum zu Hause ausdrucken oder ihr holt sie an der Theaterkasse ab. Immer wieder gibt es auch Angeboten über Seiten wie www.lovetheatre.com. Diese Seite ist zuverlässig, aber andere sind es nicht, also gilt Augen auf beim Ticketkauf! Google ist im Zweifel eurer Freund. Schaut ob Leute über ihre Erfahrungen mit der Seite berichten, das gibt euch meist einen Anhaltspunkt.
Seid ihr offen, was ihr sehen wollt, kann es sich lohnen, Tickets erst vor Ort zu kaufen. Aber auch hier solltet ihr Vorsicht walten lassen. Viele Stände werben mit reduzierten Tickets, da kann es allerdings auch schnell passieren, dass ihr viel Geld bezahlt und dann Betrügern aufgesessen seid. Wollt ihr Schnäppchen machen, lohnt sich ein Besuch beim tkts Ticketstand am Leicester Square. Dies ist ein offizieller Händler und ihr seid sicher, dass ihr echte Tickets erhaltet.
Ein weiterer Anlaufpunkt können aber auch die Box Offices der jeweiligen Theater sein. Manche bieten sogar so genannte „Day Seats“ an, also Tickets, die besonders gute Plätze sind und extrem günstig. Diese können nur am Vorstellungstag direkt am Theater erworben werden. Hier müsst ihr vielfach aber früh aufstehen, da einige Fans bereits Stunden bevor die Theaterkasse öffnet anstehen. Informationen darüber, welche Theater Day Seats anbieten, erhaltet ihr auf: www.theatremonkey.com. Hier könnt ihr auch schauen, welche Sitze ihr wählen solltet, wenn ihr Tickets von zu Hause aus bucht. Tipps der Websitebetreiber und Zuschauerberichte helfen euch hier bei der Entscheidung. Prinzipiell gilt: Es muss nicht immer das teuerste Ticket im Haus sein, damit ihr gut sehen könnt.

Big City Life!

(c) Maybe Musical/Lena Gronewold

Was tun, wenn ihr nicht im Theater sitzt? London bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die wir natürlich hier nicht alle aufzählen können. Exemplarisch wollen wir euch aber ein paar Tipps geben. Zum einen gehört dazu das Theatre Cafe. Direkt gegenüber von Queens Theatre (Les Misérables) gelegen, wird sich hier wohl jeder Theaterfan wohlfühlen. Musicalposter an den Wänden, Castalben, die aus den Lautsprechern schallen (mitsingen unbedingt erwünscht, besonders an den Karaokenachmittagen), und „Stagey“-Getränke, wie „My Fair Latte“, lassen jedes Fanherz höher schlagen. Auch hier habt ihr die Möglichkeit, Eintrittskarten zu erwerben und das superfreundliche Personal ist euch bei allen Fragen immer behilflich. Hab ihr ganz viel Glück, begegnet ihr vielleicht sogar dem ein oder anderem Darsteller, denn auch diese sind hier oft zu Gast.
„Stagey“ hat auch das Victoria und Albert Museum im Angebot. In einer Theatre & Performance-Ausstellung könnt ihr hier einen Blick auf die Geschichte der darstellenden Kunst werfen. Der Eintritt hier ist zudem frei, wie in den meisten staatlichen Museen. Nur einige Sonderausstellungen kosten extra. Seid ihr alleine unterwegs, könnte auch die Theatreland-Tour aus der App Voice Map interessant sein. Schauspieler Ian McKellen leitet euch vom Leicester Square aus durch die Londoner Theaterlandschaft und das komplett kostenlos. Weitere kostenfreie Touren durch die Stadt bieten verschiedene Unternehmen an. Wenn ihr bei Google nach „Free City Tour“ sucht, werdet ihr verschiedene Anbieter mit kostenfreien Touren finden. Ihr könnt euch anmelden oder einfach am angegebenen Treffpunkt auftauchen und an der kostenfreien Tour teilnehmen. Am Ende wird der Guide euch nach einem Trinkgeld fragen. Die Höhe liegt in eurem Ermessen, meist wird der Guide euch aber einen Preis nennen, den die Tour kosten würde.
Unerlässlich ist es für viele dieser Dinge, dass ihr zu mindestens grundlegendes Englisch sprecht und versteht, da ihr mit Deutsch kaum weiterkommen werdet. Die meisten Londoner, die mit Touristen zu tun haben, sind aber sehr nett und werden euch nicht den Kopf abreißen, wenn ihr sie nicht im ersten Anlauf versteht und nachfragt. Dabei gilt jedoch wie überall auf der Welt: Immer freundlich und höflich bleiben, dann wird man euch gerne helfen.

Wir hoffen, dass dieser kleine Guide euch einige Ideen für einen Trip nach London bietet. Sollten wir noch neue „Stagey Highlights“ entdecken, lassen wir euch natürlich teilhaben!

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